Hallo Leute,
ich bin Atze, ein sprücheklopfender Motorradverrückter. Seit 1991 bin ich aktiver Fahrer und seit 1996 konzentriert sich auch beruflich bei mir alles ums Mopped.
Angefangen hat allerdings alles schon viel früher, so ca. 1974, als der große Bruder meines Spielgefährten sein erstes Mopped (Victoria 50ccm-3 Gänge) zum Üben auf dem Hof (Vater hatte eine
Spedition) bekam. Erst durften wir mitfahren und später dann selber damit rumeiern.
Ca. 1 Jahr später hat der große Bruder dann eine KTM mit 50ccm und 6,25 PS bekommen und trat in einen Club ein. Seine Begeisterung hatte mich kleinen Jungen voll mitgerissen. Ich hab mir damals
aus Sperrmüll ein cooles Fahrrad zusammengebaut, trug eine blaue Plastikjacke (sah so ähnlich aus wie ne Lederjacke) und fühlte mich unsterblich.
Als ich endlich 15 wurde hat mein Vater mir eine Peugeot 101 mit ´ner tierischen Delle im Tank geschenkt. Doch ohne Federung, ´ner Optik vom Klapprad und lächerlichen 0,96 PS hat man keinen
Eindruck bei den kleinen Mädchen hinterlassen. Aber es gab ja noch die Konfirmation und die Kohlen von diesem Besäufnis (kann mich immer noch nicht an alles erinnern). 1.350,- DM hatte ich
zusammen – ein bisschen weniger wie erhofft. Also habe ich den Traum einer Herkules Prima 5S gestrichen und mir die Standartversion mit Transportschaden rangeholt. Knallrot war sie nur 2 Tage,
dann hab ich die Schutzbleche gekürzt und mattschwarz gesprüht. 27 km/h lief sie 3 Tage, dann habe ich Ein- und Auslass bearbeitet. Da ich von meinem Lehrgeld jedes Wochenende Party und Disse
finanzieren musste, wurde fürs Mofa alles selbst getunt (frisiert) bis sie dann abgestoppte 65 km/h lief. So fuhr und flüchtete ich mit ihr 3 Jahre. 80´er fahren wurde mir von meinen Eltern
verboten, was mich aber nicht unbedingt davon abhielt mal ´ne Runde ohne Lappen zu fahren.
Aus Geldmangel habe ich erst 1989 meinen Autolappen gemacht bis ich 1991 eine Honda CBR 600 F PC25 auf einem Plakat sah. Prompt hab ich den Moppedlappen gemacht und mir als erstes „großes Bike“
eine ölfressende Honda XL 250 gekauft. 1992 waren die 4 Jahre Wehrdienst vorbei und damit kam auch wieder ein bisschen Kohle in Form von Entlassungsgeld. Dieses investierte ich natürlich sofort
in ein nagelneues Mopped – eine Honda CB1 (400ccm – 4 Zylinder und Drehzahl satt). Lauter Auspuff und Miniblinker waren Standartumbauten. 4 zufriedene Jahre bin ich sie gefahren. Dann kam für 1
Jahr eine FZR 600 (3HE) und dann eine GSX-R 750 W die ich dann umfangreich zum Fighter umbaute. Nach einem Unfall und ´ner gebrochenen Kniescheibe musste sich allerdings einiges an der
Sitzposition verändern. Einen sportlichen Kniewinkel kann ich seitdem nicht mehr ertragen. Also wieder alles umbauen und gleich ´nen 1100er Motor rein. Der hatte nur Probleme (Getriebe,
Vergaserabstimmung...) so das ich in dieser Saison nur 500 km Probefahrten gemacht hab. Nach dem sie dann endlich lief und Lübecks Polizei nur noch auf mich scharf war habe ich sie verkauft und
mir meine jetzige Bandit angeschafft. Sie war original und ich konnte überall mit ihr hin. Sie hat ordentlich Druck und man sitzt richtig gut drauf. Mit der Weile habe ich sie aber ein wenig
verschönert (so ´ne 97er sieht eben ein bischen altbacken aus) und nach ein paar Rennstreckentrainings das Fahrwerk stark überarbeitet (Wilbers mit schön viel Schnickschnack). Als mir dann 2003
in Wittstock (Flughafenstrecke bei 40°) der Motor sein Aus ankündigte war mir klar, das mein Bandit dafür nicht gemacht wurde. Neuer Motor (und gleich das oberste Regal!!!), nur noch ein
Training und dann günstig eine CBR 600 F PC25 gekauft. Genau so eine, die mich 13 Jahre vorher wieder zum Mopped brachte. Diese kommt jetzt (2005) statt der Bandit auf der Rennstrecke zum Einsatz
(natürlich ein klein wenig umgebaut).
Wie viele meiner Kumpels bin auch ich Mitglied (ohne wäre schlecht) im Peenemünder Motorsportverein um mich günstig dort auszutoben. Ich schieße jedoch jede Verwandschaft und sonstiges zu Ralf
Waldmann aus. Soll heißen: ich fahre gerne zügig Mopped, beiße aber nicht in den Lenker, sondern verkrafte es sehr gut wenn mich andere überholen. Doch bei Egoisten die Andere gefährden und
Angebern wachsen mir am Hals Adern wie Bockwürste.
Über einen Eintrag ins Gästebuch würde ich mich sehr freuen.
Gruß und immer eine Handbreit Luft zum Asphalt wünscht ATZE