Atze`s Moppedgeschichten

Mein Führerschein

Im April 1988 kam ich zum Bund. Als nach einem Jahr die Firma, bei der ich danach anfangen sollte, dicht machte entschloss ich mich, mich für 4 Jahre zu verpflichten. Durch einen Trick von meinem Spiess, konnte ich meinen Autoführerschein machen. Dann kam `91 die CBR 600 F PC 25 raus. Die musste es sein, unbedingt! Zur zivilen Fahrschule, angemeldet und los. Mein Kompaniechef bekam davon Wind und als wir darüber ins Gespräch kamen erzählte er von seiner Moppedsucht. 2 Tage später bekam ich die Papiere für eine Ausbildung zum Kradmelder mit Führerschein, versteht sich.
Die Ausbildung war recht locker: ein bisschen mit der alten Herkules durchs Gelände trailen, Landstrasse und ganz wenig Stadt. Alles kein Problem, hatte genug Praxis (falls ihr versteht). Doch dann kam der Tag der Prüfung: mein Prüfer war ein Kapitänleutnant mit silbernen Haaren. Er interessierte sich kaum für meine Leistungen auf der Strasse, viel mehr wollte er mich im Gelände schwitzen sehen. Ich bin schon gefahren wie der Teufel, war bereits total platt als er mit zackig militanter Stimme sagte: "Sehen sie diesen Baum in 300 (Meter)? Auf dem direkten weg hin, einmal rum und zurück! Marsch, Marsch!" Das heiβt schnell! Das Gelände was vor mir lag war durchzogen von tiefen, zugewachsenen Panzerspurrillen. Ich stellte mich auf die betagte 125 Militarie und trailte die Strecke ohne Fehler ab. Ich war mir meiner Sache sicher und lächelte bereits siegesbewusst. Aber Herr Kaleu wollte noch mehr: "Was war das denn? Stellen sie sich vor, dass auf sie geschossen wird! So, und jetzt im dritten Gang, mindestens Halbgas, Marsch, Marsch!" Das hieβ ca. 50 Km/h, eine verbogene Gabel und minimal Prellungen. Ich holte Anlauf, 1.2.3., viel Gewicht aufs Hinterrad und Gaaas.
Das prähistorische Mopped sprang und wühlte sich durch die schier unbefahrbare Steppe. Ich musste mich richtig festhalten um nicht abgeworfen zu werden. Tatsächlich erlebte Mann und Material diese Tortur unbeschadet. Herr Kaleu: "Geht doch! Bestanden!" Mein Fahrlehrer schüttelte voller Unverständnis den Kopf. So was hat er in seinen 8 Jahren als BW-Fahrlehrer noch nicht erlebt.

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